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Stürze aus geringer Höhe: Hospitalisierung meistens sinnvoll

Kurt

28. Dezember 2019

In einer Auswertung von Daten aus den Jahren 2012 bis 2014 haben Nasim Ahmed et. al. heuer die Folgen von Stürzen uas geringer Höhe bei geriatrischen PatientInnen erforscht. Dabei hat sich vor allem gezeigt, dass ein unauffälliges Erscheinungsbild keine Indikation für einen komplikationslosen Verlauf sind. Außerdem hat ihre Literaturrecherche herausgefunden, dass vor allem bei PatientInnen die in eine Betreuungseinrichtung zurückkehren die Mortalitätsrate erhöht ist.

Die Ärzte haben in Ihre Studie Daten von insgesamt 40.800 PatientInnen aus der US National Trauma Data Bank (NTDB) verwendet die durchaus unauffällige Vitalwerte zeigten: Neben eine Glasgow Coma Scale von 15 waren ein systolischer Druck von 90 bis 160 mmHg und ein Puls von 60 bis 100 Schlägen pro Minute Einschlusskriterien. Es ergaben sich zwei Gruppen: PatientInnen, die während des Aufenthaltes verstarben (2,3%) und PatientInnen die entlassen werden konnten (97,6%).

Der Statistik zufolge spielten vor allem das Alter und das Geschlecht eine Rolle wobei vor allem ältere Menschen und Männer eher an den Folgen des Sturzes vor der Entlassung noch verstarben. Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Neurologische Defizite spielten eine geringere Rolle.

Interessanterweise traten vor allem Kopfverletzungen bei den PatientInnen der Studie auf. Traumatologische Geschehen wie eine Oberschenkelhalsfraktur findet man erst ab Platz 4. Außerdem gab es keinen signifikanten Unterschied was das Auftreten von Brüchen angeht bei den zwei Gruppen.

Interpretation

Die Studie zeigt sehr klar, dass auch bei einem Sturz der im ersten Moment keine Folgen zu haben scheint eine Hospitalisierung sinnvoll ist. Selbst bei den PatientInnen, die in diese Studie aufgenommen wurden, lag immer noch eine Sterblichkeit von 2,3% vor. Die Zahl wäre vermutlich höher, wenn auch die PatientInnen die von der Rettung zu Hause belassen wurden miteinbezogen wären.

Es scheint daher besonders wichtig, auch PatientInnen, die sich nach einem Sturz gut fühlen, zu motivieren, ins Spital mitzukommen.

Limitationen

Selbstverständlich wäre für eine Folgestudie ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen den zwei Gruppen ratsam. Außerdem wären auch Zahlen aus Pflegeeinrichtungen und Langzeitdaten interessant.

Literatur

Nasim Ahmed & Patricia Greenberg Early risk stratification of in hospital mortality following a ground level fall in geriatric patients with normal physiological parameters doi:10.1016/j.ajem.2019.12.031